Besonders winterharte Heckenpflanzen

21. Mai 2019
Besonders winterharte Heckenpflanzen

Sehr strenge Winter, so wie sie im Osten Europas vorkommen, sind bei uns eher selten. Doch auch hier gibt es Regionen, in denen die Temperaturen im Winter tiefer fallen als in anderen. Gerade in berg- und waldreichen Gebieten wie sie in Bayern oder Thüringen vorkommen herrschen oft tiefere Temperaturen als im Flachland, in den Mittelgebirgen oder in den Ballungsgebieten der großen Städte. Für eine Hecke, die auch im Winter schön bleiben soll, achten Sie auf ihre Frostbeständigkeit, damit Sie keine bösen Überraschungen beim ersten Frost erleben. Nicht alle immergrünen Hecken halten nächtlichen Frosttemperaturen stand. Hier erfahren Sie alles über besonders winterharte Heckenpflanzen. Denn auch in kälteren Regionen müssen Sie nicht auf eine Hecke verzichten, die das ganze Jahr über Ihren Garten verschönert.

Immergrün ist nicht gleich winterhart
Angehende Hobbygärtner gehen oft davon aus, dass winter- oder immergrüne Heckenpflanzen jeden Winter gut überstehen.

Immergrün ist nicht gleich winterhart

Angehende Hobbygärtner gehen oft davon aus, dass winter- oder immergrüne Heckenpflanzen jeden Winter gut überstehen. Leider ist dies nicht immer der Fall. Um Heckenpflanzen wie Ölweiden, Glanzmispeln oder den Lorbeerschneeball vor strengem Frost zu schützen, sollten sie den Boden mit einem Winterschutzvlies oder Ähnlichem abdecken. Doch nicht allen Laubhecken schaden niedrige Wintertemperaturen. Einige sind sogar besonders winterhart. Gerade dort, wo es im Winter sehr kalt werden kann, sollten besonders winterharte Hecken gepflanzt werden. Wir sind Ihnen bei der richtigen Wahl gerne behilflich.

Immergrün, blühend und frostbeständig: der Rhododendron
Rhododendron trotzt Temperaturen bis 35 Grad unter null. Doch solche tiefen Temperaturen wurden bei uns zuletzt im Jahr 1940 auf der Zugspitze gemessen.

Immergrün, blühend und frostbeständig: der Rhododendron

Sie wissen nicht, ob sie eine immergrüne oder eine blühende Hecke in Ihren Garten pflanzen sollen? Dann wählen Sie den Rhododendron. Der Name Rhododendron bedeutet „Rosenbaum“. Er ist für seine markanten Blütenstände bekannt und behält seine schönen dunkelgrünen Blätter auch im Winter. Darüber hinaus ist es eine der widerstandsfähigsten Heckenpflanzen in unserem Sortiment. Rhododendron trotzt Temperaturen bis 35 Grad unter null. Doch solche tiefen Temperaturen wurden bei uns zuletzt im Jahr 1940 auf der Zugspitze gemessen. Eine Rhododendronhecke gibt im Winter also keinen Anlass zur Sorge.

Hohe Frostbeständigkeit ist übrigens ein Merkmal aller Rhododendronsorten. Da es so viele Farben gibt, können Sie Ihren Rhododendron einfach nach Ihrer Lieblingsfarbe aussuchen. Beachten Sie jedoch, dass Rhododendron saure Böden und einen geschützten Standort vorzieht.

Purpur-Hartriegel
Daher kann er auch so gut mit Minustemperaturen umgehen. Auch im kalten Norden Chinas ist Purpur-Hartriegel in der freien Natur anzutreffen.

Purpur-Hartriegel

Der botanische Namen des Purpur-Hartriegels lautet Cornus alba 'Sibirica' und enthält bereits einen Hinweis darauf, dass er eigentlich in Sibirien zu Hause ist. Daher kann er auch so gut mit Minustemperaturen umgehen. Auch im kalten Norden Chinas ist Purpur-Hartriegel in der freien Natur anzutreffen. Temperaturen wie sie in Mitteleuropa herrschen sind für den Purpur-Hartriegel dann auch ein Kinderspiel, schließlich trotzt er in seiner Heimat Temperaturen bis zu minus 40 Grad. Wenn er im Winter seine Blätter abgeworfen hat, zeigt er den ganzen Winter über seine leuchtend roten Zweige, die besonders im Schnee einen wunderschönen Kontrast im Garten bilden. Auch die schneeweißen Blüten, mit denen er sich im Mai und Juni schmückt, sind eine wahre Augenweide.

Purpur-Hartriegel ist nicht der einzige Hartriegel, der mit strengem Frost fertig wird. Dasselbe gilt für den Gelben Hartriegel (Cornus mas), der auch unter dem Namen Kornelkirsche bekannt ist. Erst bei weniger als minus 35 Grad wird es für ihn problematisch. Dieser Hartriegel bekommt bereits im Februar die ersten Blüten. Als Frühblüher ist er für Bienen und andere nützliche Insekten deshalb eine wichtige Nährpflanze. Für kleinere Gärten oder als Sichtschutzhecke sind Hartriegel weniger geeignet, ihr Vorteil liegt vor allem in ihrer Winterhärte.

Winterharte Koniferen
Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad unter null behält Thuja ihr schuppiges grünes Laub und garantiert so im Winter einen guten Sichtschutz.

Winterharte Koniferen

Wenn Sie einen Sichtschutz brauchen, sind Koniferen natürlich die beste Wahl. Für kältere Regionen empfehlen wir Thuja, die auch als Lebensbaum bekannt ist. Diese Heckenpflanze wächst selbst noch im Norden Skandinaviens hervorragend. Selbst bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad unter null behält Thuja ihr schuppiges grünes Laub und garantiert so im Winter einen guten Sichtschutz. Obwohl Thuja eher langsam wächst, ist sie viel schneller blickdicht als etwa Leyland-Zypressen. Hierfür müssen Sie die Hecke nur regelmäßig schneiden, sonst verzweigt sich die Pflanze nicht gut, was sich nachteilig auf den Sichtschutz auswirkt.

Auch Eiben sind frostbeständig, insbesondere der Taxus media 'Hillii' und sein weibliches Gegenstück Taxus media 'Hicksii'. Sie vertragen Temperaturen von minus 30 bis minus 35 Grad, aber auch die Gemeine Eibe (Taxus baccata) hat mit Temperaturen von 20 bis 25 Grad unter dem Gefrierpunkt wenig Probleme. In der Regel bleibt eine Eibenhecke jedoch etwas niedriger als die andere Nadelbaumhecken.

Noch mehr winterharte Hecken
Wenn Sie im Sommer eine Blütenhecke in Ihrem Garten pflanzen wollen, die keine Frostschäden im Winter bekommt, entscheiden Sie sich für einen Fingerstrauch (Potentilla fruticosa).

Noch mehr winterharte Hecken

Eine der beliebtesten immergrünen Heckenpflanzen, die etwas weniger streng und formal aussieht, ist der Kirschlorbeer. Kirschlorbeer ist in der Regel winterhart, achten Sie aber auf jeden Fall auf die richtige Sorte. Kirschlorbeer 'Etna', Kirschlorbeer 'Herbergii', Kirschlorbeer 'Novita' und Kirschlorbeer 'Zabeliana' sind schöne Beispiele für Heckenpflanzen, die das Wetter in den kältesten Regionen unserer Breiten gut vertragen. Gleiches gilt für die Japanische Goldorange, die auch unter dem Namen Japanische Aukube bekannt ist und ähnlich glänzende Blätter hat. Bambushecken bleiben ebenfalls in kälteren Regionen im Winter immer belaubt, so wie es auch in Ihrer Heimat Ostasien der Fall ist. Bei sehr großer Kälte kann es jedoch vorkommen, dass die Blätter des Bambus sich zum Schutz einrollen.

Wenn Sie im Sommer eine Blütenhecke in Ihrem Garten pflanzen wollen, die keine Frostschäden im Winter bekommt, entscheiden Sie sich für einen Fingerstrauch (Potentilla fruticosa). Fingerstrauch ist bis etwa 35 Grad unter dem Gefrierpunkt winterhart und übersteht daher jeden mitteleuropäischen Winter ohne Probleme. Wenn das Thermometer nicht unter minus 25 Grad sinkt, sind auch Heckenrose und Kartoffelrose eine gute Wahl für eine Hecke. Zweimal im Jahr verzaubern diese Pflanzen Ihren Garten mit Farbe: Erst während der Blüte im Sommer und später im Herbst, wenn die großen roten Hagebutten an den Zweigen erscheinen.

Efeu kommt für eine winterharte Hecke ebenfalls in Betracht. Efeu ist äußerst robust. Sollte er in außerordentlich strengen Wintern doch einmal leichte Frostschäden erleiden, erholt er sich rasch wieder.