Die Heilkräfte der Eibe

14. März 2019
Die Heilkräfte der Eibe

Es ist vielleicht etwas befremdlich, dass die Eibe im Laufe der Zeit als Symbol des ewigen Lebens bekannt wurde, aber auch als Symbol des Todes. Letzteres ist ziemlich einfach zu erklären. Das Gift der Nadeln, Zweige und Samenkörner, das Taxine genannt wird, ist stark genug, um die größten Weidetiere zu töten. Das deutsche Wort ‘Giftbaum‘ deutet bereits auf die Giftigkeit der Eibe hin. Die Wertschätzung als Baum des ewigen Lebens verdankt die Eibe aber vor allem dadurch, dass sie mehr als tausend Jahre alt werden kann, aber auch die Heilkräfte der Eibe spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Die Eibe zur Behandlung von Krebs
Dieser Stoff heißt Paclitaxel, der aber auch unter dem Namen Taxol bekannt ist.

Die Eibe zur Behandlung von Krebs

Es gibt verschiedene Eiben-Sorten und die Heilkräfte dieser Eiben-Sorten sind eigentlich noch nicht so lange bekannt. In den 60er-Jahren entdeckte der amerikanische Wissenschaftler Monroe Wall zusammen mit seinem indisch-amerikanischen Kollegen Mansukh C. Wani, dass in der Rinde der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) Stoffe enthalten sind, die zur Behandlung von Krebs, Brust-Krebs und vor allem Eierstockkrebs verwendet werden können. Dieser Stoff heißt Paclitaxel, der aber auch unter dem Namen Taxol bekannt ist. Dieser Stoff wird auch heutzutage noch für Chemotherapien verwendet. Paclitaxel sorgt dafür, dass keine Zellteilung stattfindet und dadurch wird das Fortschreiten der Krankheit blockiert. Paclitaxel kann das Fortschreiten der Krankheit sogar komplett verhindern.

Weil Pazifische Eiben, die Paclitaxel enthalten, damals großflächig abgeholzt wurden, gab es in den Vereinigten Staaten viele Proteste von Umwelt-Organisationen. Dieses massive Abholzen wurde jedoch weniger als man entdeckte, dass diese Heilkräfte auch halb-synthetisch produziert werden konnten, und zwar aus dem Nadel-Extrakt der Gemeinen Eibe (Taxus baccata). Das war auch viel besser, denn der Gemeinen Eibe konnte gleich zehnmal so viel Paclitaxel entzogen werden als bei der nordamerikanischen Variante. Bis heute gibt es keine effiziente und bezahlbare Möglichkeit, um Paclitaxel vollkommen synthetisch zu entwickeln und deshalb werden die Eiben-Sorten, die in westeuropäischen Gärten wachsen, noch immer als Heilpflanzen verwendet.

Eine lebensrettende Eiben-Hecke
Es gibt deshalb verschiedene Institute, die die Schnittabfälle von Eiben-Hecken jederzeit dankend entgegennehmen, um damit wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.

Eine lebensrettende Eiben-Hecke

Ihre Eiben-Hecke ist also nicht nur eine hübsche Art und Weise, um Ihren Garten stilvoller und ansprechender zu gestalten; Pflanzen-Teile der Eibe können nämlich auch Leben retten. Es gibt deshalb verschiedene Institute, die die Schnittabfälle von Eiben-Hecken jederzeit dankend entgegennehmen, um damit wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen und die Entwicklung von neuen Medikamenten gegen Krebs voranzutreiben. Darüber sollten Sie wirklich nachdenken, wenn Sie das nächste Mal in Ihrem Garten sind und Ihre Eiben-Hecke zurückschneiden. Für eine einzige Chemotherapie benötigt man einen Kubikmeter von diesen Schnittabfällen, deshalb kann jeder von uns ein bisschen helfen. Eiben wachsen jedoch nicht so schnell, deshalb sind die Schnittabfälle dieser Pflanze auch ganz besonders wertvoll.

Viele Gartenbesitzer pflanzen einen Taxus baccata in ihren Garten, weil diese Koniferen-Sorte besonders elegant aussieht. Der Taxus baccata kann jedoch dem Menschen auch wieder etwas zurückgeben. Die Gemeine Eibe ist in dieser Hinsicht also eine einzigartige Pflanze. Klicken Sie auf Kontakt, wenn Sie noch weitere Fragen haben sollten.