Gartenböden

Denken Sie manchmal mit Wehmut an einen Urlaub im sonnigen Süden zurück und wäre es nicht schön, wenn man das mediterrane Flair Süd-Europas das ganze Jahr über in dem eigenen Garten spüren kann? In dieser Hinsicht fallen einem womöglich viele Ideen ein, wodurch man den Garten am liebsten komplett umbauen möchte. Olivenbäume, Zitrusgewächse, Pinien, Efeu. Die Möglichkeiten sind endlos. Umso wichtiger ist jedoch die Basis und zwar: der Gartenboden. Es ist nämlich durchaus schade, wenn Ihre duftenden, schmal geschnittenen (Schein)Zypressen im Endeffekt trostlos in dem Garten stehen, da sie auf einer bestimmten Bodenart einfach nicht gut gedeihen. Die Wahl der richtigen Bodensorte ist somit von großer Bedeutung für Ihr Gartenprojekt!

Der Gartenboden unter die Lupe

Wozu dient der Boden?

Wenn von einem Gartenboden die Rede ist, spricht man oft von der oberen Schicht. Der sogenannte Oberboden. Diese 30 cm an Erde, kann man mit einem Spaten gut bearbeiten. Der Gartenboden ist aber mehr als nur der Oberboden. Er ist von großer Bedeutung für das Wachstum Ihrer Heckenpflanzen. In dieser Hinsicht spricht man von Bodenfruchtbarkeit, denn wenn der Garten schön und gesund aussieht, geht es dem Boden genauso gut.

Der Boden hat wichtige Funktionen. Einerseits verleiht er den Pflanzenwurzeln Halt. Andererseits schützt er die Pflanzen vor extremen Temperaturen, wobei er in einer kalten Nacht zum Beispiel Wärme abstrahlt. Der Boden bietet den Pflanzen ein bedeutendes Wasser- und Nährstoffreservoir. Es ist aber eine Frage der Bodensorte, ob das Gießen und Düngen etwas bringt und ebenfalls, ob die Pflanzen genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können.

Welchen Gartenboden habe ich?

Ganz verallgemeinert unterscheidet man zwischen einem leichten und einem schweren Gartenboden. Leichte Böden bestehen aus vielen Sandkörnchen zwischen denen viel Luft existiert. Ein Sandboden lässt viel Wasser und Luft durch und kann diese zwei Elemente also nicht gut speichern.

Schwere Böden enthalten viele Tonteilchen, die kaum Wasser und Luft durchlassen. Sie speichern hervorragend Nährstoffe und Wasser, aber das nutzt allerdings nichts, denn ein Großteil davon wird fest in dem Ton oder Lehm eingeschlossen und steht den Pflanzen nicht zur Verfügung. Ein schwerer Lehmboden braucht also genügend Luftzufuhr und man sollte ihn regelmäßig auflockern.

Hierzu muss gesagt werden, dass es noch einen deutlichen Unterschied zwischen einem Lehmboden und einem Tonboden gibt. Bei einem Gartenboden aus Lehm ist der Wasser- Luft und Nährstoffgehalt eher ausgewogen. Ein Lehmboden enthält viel Kalk und wird oft mit einem kalkhaltigen Boden gleichgesetzt.

Ein Tonboden ist im Gegensatz sehr plastisch. Dieser Gartenboden erscheint als feste Masse und hat eine sehr glatte Oberfläche.

Neben schweren und leichten Böden gibt es zum Schluss noch kalkhaltige, karge Böden und saure Böden. Wenn der Boden kalkhaltig und karg ist, enthält er viele Steinchen. Diese Bodenart ist sehr nährstoffarm und trocken. Ist der Boden sauer? Dann ist der Nährstoffgehalt gering. Der Boden ist dann meistens torfig.

Welchen Boden habe ich in meinem Garten?

Falls Sie sich selbst davon überzeugen möchten, welchen Boden Sie nun genau haben, können Sie folgendes unternehmen. Gehen Sie in den Garten und nehmen Sie ein wenig Gartenboden in Ihre Hand. Wenn die Erde nicht formbar ist und man viele Körnchen fühlt haben Sie es mit einem Sandboden zu tun. Ein Lehmboden oder Kalkboden ist hingegen formbar und wird rissig. Der Tonboden ist sehr formbar und lässt sich leicht einrollen. Dieser Boden hinterlässt viele Schmutzreste!

Bei einem sauren Boden kann man am besten den pH-Wert mit einer Bodenprobe analysieren. Bitte kaufen Sie sich den Analysetest in einem Fachhandel. Der neutrale pH-Wert ist 7. Wenn der Boden sehr sauer ist, liegt der pH-Wert unter 7. Bei solch einem Boden sind viele Nährstoffe nicht erreichbar für die Pflanze. Wenn Sie während der Analyse bemerken, dass der pH-Wert des Bodens höher als pH 7 ist (7-14), dann ist der Boden sehr kalkhaltig.

Ein optimaler pH-Wert ist für viele Heckenpflanzen einfach eine Voraussetzung. Bei pH-Werten zwischen 5 und 7.5 spricht man von optimalen Bedingungen. Die Speicherkapazität von Nährstoffen ist somit am günstigsten und die Aufnahme von Schadstoffen am geringsten. Das kommt der Pflanze nur zu Gute!

Wie pflege ich meinen Gartenboden?

Wenn Sie einen schweren Gartenboden haben, darf man die Bodenlockerung und die Unkrautentfernung im Herbst natürlich nicht vernachlässigen. Somit bleibt genügend Luft im Boden vorhanden. Wenn Sie einen leichten Boden haben, genügt es, wenn Sie ihn mit einem Spaten auflockern. Ansonsten stellt man das wertvolle Bodenleben nämlich komplett auf den Kopf.

Darüber hinaus ist auch ein hoher Humusgehalt wichtig. Humus bietet den Pflanzen eine andauernd fließende Nährstoffquelle und es speichert Wasser, dass von den Wurzeln aufgenommen werden kann. Das macht vor allem bei einem sandigen Boden Sinn, aber auch bei einem schweren Lehmboden sorgt Humus für eine bessere Wasser- und Luftdurchlässigkeit. Sorgen Sie also dafür, dass die Humusschicht erhalten bleibt!

Welche Heckenpflanzen passen zu welchem Boden?

Zurück zu Ihrem Gartenprojekt! Da Sie nun mehr über die verschiedenen Gartenböden wissen, können Sie endlich einen Blick auf Ihre gewünschten Heckenpflanzen werfen. Wird die mediterrane (Schein)Zypresse zu Ihrem Gartenboden passen?

Wenn Sie konstatiert haben, dass Sie einen schweren, feuchten Gartenboden haben, sollten Sie sich die Abschnitte „Hecken für feuchte Böden“, „Hecken für kalkhaltige Böden“ und „Hecken für lehmige Böden“ einmal anschauen. Eine immergrüne Heckenpflanze wie Bambus fühlt sich z.B. wohl auf einem feuchten, nährstoffreichen Boden.

Schwere, lehmige Böden eignen sich gut für Thuja, Liguster und Berberitze. Auch der Buchsbaum, die Buche und der Kirschlorbeer finden sich gut auf einem kalkhaltigen Lehmboden zurecht.

Leichte, sandige und trockene Böden eignen sich gut für Heckenpflanzen wie Koniferen, Scheinzypressen und Leyland-Zypressen. Diese Gartenböden kämen also gut in Frage wenn Sie den mediterranen Gartenstil in Gedanken haben. Auch der Kirschlorbeer kann man gut auf einen sandigen Boden pflanzen. Bitte schauen Sie sich hierzu die Abschnitte „Hecken für sandige Böden“, „Hecken für karge Böden“ und „Hecken für trockene Böden“ einmal konkret an.

Zum Schluss gibt es auch Heckenpflanzen, die einen sauren Boden tolerieren. Hierzu gibt es den Abschnitt „Hecken für saure Böden“. Eine Hortensie oder eine Rhododendron wäre zum Beispiel eine perfekte Wahl!