Die Zahlen sprechen für sich: der Buchsbaumzünsler ist auf dem Rückzug. 2018 war das Jahr des Buchsbaumzünslers: Buchsbaumsträucher wurden in ganz Deutschland massiv kahlgefressen. Noch nie zuvor wurden so viele Buchsbaum-Ersatzpflanzen und Pflanzenschutzmittel verkauft. In diesem Jahr wurde der Buchsbaumzünsler über 4000 Mal in Gärten gemeldet. 2019 waren es deutlich weniger: nur etwa 1000 Sichtungen. Wie sind die Erwartungen heute? Und ist es wieder sicher, Buchsbaum zu pflanzen?
Der Buchsbaumzünsler, genauer gesagt die Raupe, ist eine echte Plage für jede Buchsbaumhecke. Besonders der Buxus sempervirens, den wir in Westeuropa häufig als Heckenpflanze verwenden, ist bei dieser leuchtend grünen Raupe sehr beliebt. Sie kann Ihre gepflegte, formale Hecke in kurzer Zeit komplett kahlfressen. Sobald eine Hecke in Ihrer Umgebung befallen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch andere Buchsbäume bald betroffen sind.
Wie erkennt man den Buchsbaumzünsler?
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein Schmetterling aus Ostasien, der seit etwa zehn Jahren auch europäische Gärten befällt. Obwohl Buchsbaumblätter für viele Tiere giftig sind, sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für die Raupen. Die Eier werden in den Blättern abgelegt, danach fressen sich die Raupen nach außen. Vor allem im Frühjahr (April/Mai) und im Hochsommer (August) richten sie großen Schaden an. Eine befallene Hecke erkennt man leicht an den Gespinsten in der Pflanze.
Wenn Sie Ihre Hecke regelmäßig kontrollieren, erkennen Sie schnell einen Befall. Die Raupen sind durch ihre leuchtend grüne Farbe gut sichtbar. Je früher Sie sie entdecken, desto größer ist die Chance, Ihre Hecke zu retten. Sobald die Eier schlüpfen, fressen sich die jungen Raupen schnell nach außen. In dieser Phase – meist im April, Mai oder August – können Sie die Raupen von Hand entfernen oder befallene Zweige abschneiden. Eine einmalige Maßnahme reicht jedoch nicht aus, da oft noch Eier vorhanden sind.
Kann man den Buchsbaumzünsler bekämpfen?
Es gibt bisher keine sichere Methode, um zu verhindern, dass der Buchsbaumzünsler Ihre Hecke erreicht. Sie können ihn jedoch etwas abschrecken. Motten werden von Licht angezogen. Wenn Sie in der Flugzeit die Gartenbeleuchtung reduzieren, verringern Sie das Risiko eines Befalls. Ganz ausschließen lässt sich der Befall aber nicht.
Wenn Sie regelmäßig kontrollieren und früh reagieren, können Sie die Ausbreitung begrenzen. Entfernen Sie Raupen von Hand oder nutzen Sie Mittel mit Spinosad, Deltamethrin, Bacillus thuringiensis oder Lambda-Cyhalothrin. Eine Behandlung reicht jedoch nicht aus, da später neue Raupen schlüpfen können. Spiritus hilft übrigens nicht gegen den Buchsbaumzünsler, sondern nur gegen Blattläuse.
Gründlichkeit und Wiederholung sind entscheidend. Behandeln Sie die Hecke etwa eine Woche später erneut. Sonst treten schnell wieder braune Stellen und Gespinste auf. Oft ist es jedoch schon zu spät, wenn die Hecke braun wird. Da die Bekämpfung sehr zeitaufwendig ist, entscheiden sich viele dafür, den Buchsbaum zu entfernen und durch Alternativen zu ersetzen.
Was wird der Buchsbaumzünsler dieses Jahr tun?
Es wird erwartet, dass die Zahl der Meldungen weiter sinkt. Die Raupen sehen wir daher deutlich seltener. Warum ist das so? Viele Tiere haben die Raupen als Nahrung entdeckt. Besonders Vögel fressen sie gerne. Früher war es vor allem die Kohlmeise, heute sind es deutlich mehr Vogelarten.
Ein noch wichtigerer Grund ist jedoch, dass viele Gartenbesitzer auf Buchsbaum-Alternativen umgestiegen sind. 2018 sahen viele Hecken stark geschädigt aus. Gärtner empfahlen Alternativen wie Ilex crenata (Japanische Stechpalme). Die Raupen fressen nur Buchsbaum – andere Pflanzen meiden sie.
Dadurch entsteht ein einfaches Prinzip: weniger Nahrung bedeutet weniger Raupen. In Gebieten ohne Buchsbaum verschwindet der Schädling.
Kann man wieder Buchsbaum pflanzen?
Kann man daraus schließen, dass Buchsbaum wieder problemlos gepflanzt werden kann? Nicht unbedingt. Wenn wieder mehr Buchsbaum gepflanzt wird, kann der Schädling zurückkehren, weil wieder ausreichend Nahrung vorhanden ist. Außerdem gibt es weiterhin Probleme mit Pilzkrankheiten wie Cylindrocladium buxicola und Volutella buxi. Diese lassen sich zwar behandeln, können aber erneut auftreten.
Fazit: der Buchsbaumzünsler ist auf dem Rückzug, aber wir bleiben wachsam
Wir können festhalten, dass der Buchsbaumzünsler tatsächlich auf dem Rückzug ist. Es scheint, als ob er an seinem eigenen Erfolg gescheitert ist. 2018 war er überall präsent. Viele Gärtner ersetzten ihre Buchsbaumhecken durch Alternativen wie die Japanische Stechpalme. Dadurch verlor der Schädling seine wichtigste Nahrungsquelle.
Dennoch ist es zu früh, um Entwarnung zu geben. Die Situation wirkt derzeit stabil, aber die Zukunft bleibt unsicher. Der Herbst wird zeigen, ob der Schädling zurückkehrt. Das ist jedoch eher unwahrscheinlich – außer wir pflanzen wieder vermehrt Buchsbaum.
Häufig gestellte Fragen zu Buchsbaumhecke
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