Hecken auf feuchten Böden? Kein Problem!

18. Oktober 2018
Hecken auf feuchten Böden? Kein Problem!

In unseren Breiten regnet es viel und ausgiebig, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, schließlich brauchen Ihre Heckenpflanzen Wasser, damit sie gedeihen. Wenn Regenwasser zur Verfügung steht, müssen Sie natürlich weniger gießen. Regenwasser kann allerdings zum Problem werden, wenn es nicht gut abfließen kann. Die Wurzeln stehen dann im Wasser, worauf die meisten Pflanzen sehr empfindlich reagieren. Auch in der Nähe von Gewässern kann feuchter Boden ein Problem darstellen. Mit der Wahl der richtigen Heckenpflanzen und einer Reihe von Vorsichtsmaßnahmen können Sie jedoch auch eine Hecke auf feuchtem Boden pflanzen

Sorgen sie für eine gute Entwässerung

Wenn der Boden in ihrem Garten nicht zu schwer ist, können Sie mit der richtigen Drainage schon vielen Problemen vorbeugen. Dies kann bereits beim Pflanzen der Hecke geschehen. Und das ganz ohne kompliziertes und teures Entwässerungssystem. Graben Sie zuerst ein Pflanzloch oder -graben für Ihre Heckenpflanzen. Bohren Sie in den Boden eine Reihe von tiefen Löchern, bevor Sie etwas weniger als die Hälfte des Aushubs wieder hineinschütten und die Pflanze daraufsetzen. Die Löcher sorgen dafür, dass das überschüssige Wasser leicht abfließen kann und die Wurzeln Ihrer Pflanzen sogar nach einem kräftigen Schauer keinen Schaden nehmen. Auch wenn Sie versehentlich zu viel Wasser geben, kann dann nicht viel passieren.

Natürlich können Sie in Ihrem Garten auch ein modernes Entwässerungssystem installieren, aber in einem privaten Garten ist dies oft nicht notwendig. Solche Systeme sind eher für landwirtschaftliche Betriebe von Nutzen. Außerdem sind sie oft recht teuer. Meistens funktioniert die Entwässerung genauso gut, wenn man Löcher zur Drainage bohrt. Die einzige Ausnahme hiervon bildet Lehmboden. Besonders bei schwerem Lehm ist es fast unmöglich, überschüssiges Wasser abzuleiten, da ein schwerer Lehmboden viel Wasser zurückhält. Auch wenn durch die Nähe von Gewässern das überschüssige Wasser nicht gut abfließen kann, sollten Sie Heckenpflanzen nehmen, die feuchten Böden gut standhalten können. Dann können Sie trotzdem eine schöne Hecke in Ihrem Garten pflanzen und müssen nicht mit einer tristen Mauer oder einem langweiligen Zaun vorliebnehmen.

Welche Heckenpflanzen eignen sich für feuchte Böden?

Die richtige Wahl der Heckenpflanze ist äußerst wichtig. Nicht nur bei Böden, die das Wasser schlecht ableiten. Beachten Sie bei der Wahl einer Heckenpflanze auch immer die Gegebenheiten in Ihrem Garten. So gehören Pflanzen, die empfindlich auf Wind reagieren, selbstverständlich nicht in Gärten, in denen starker Wind vorherrscht. Das Gleiche gilt auch für Böden, die viel Wasser speichern. Beliebt als Heckenpflanzen sind Nadelhölzer. Eiben sind die Verkaufsschlager der Gärtnereien und Gartencenter. Mit Ausnahme des Urweltmammutbaums mögen Koniferen keine Staunässe im Boden. Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) ist im Gegensatz zu den meisten Heckenkoniferen nicht wintergrün. Auch das sollte berücksichtigt werden. Vor allen, wenn Sie eine Sichtschutzhecke pflanzen möchten.

Es gibt jedoch wintergrüne Heckenpflanzen, die weniger empfindlich gegenüber Nässe sind. Die Ölweide (Elaeagnus ebbingei) und die Griselinia (Griseliana littoralis) sind hübsche Heckenpflanzen für Gärten in Meeresnähe, da sie besonders gegen salzigen Wind beständig sind. Im Landesinnern ist der laubabwerfende Feldahorn oder Maßholder (Acer campestre) eine reizvolle Alternative. Doch die beliebteste Heckenpflanze für feuchte Böden ist die Hainbuche (Carpinus betulus). Sie gehört nicht etwa zur Familie der Buchen-, sondern zur Familie der Birkengewächse, wird aber wegen ihres ähnlichen Aussehens Buche genannt. Im Gegensatz zur Buche (Fagus sylvatica) kommt eine Hainbuche jedoch gut mit feuchten Böden zurecht. Aus diesem Grund ist die Hainbuche die ideale Alternative zu einer Buchenhecke, die trockenen Boden mit mehr Sandanteil vorzieht.

Auf was ist bei feuchten Böden noch zu achten?

Denken Sie daran, dass die Hainbuche ihr Laub im Winter verliert und daher nicht als Sichtschutz dienen kann. Dem kann man mit häufigem und fachgerechtem Schnitt vorbeugen. Die Hainbuche verzweigt sich nämlich an jeder neuen Schnittstelle. Wenn Sie oft zur Heckenschere greifen, entsteht ein dichtes Geäst, das auch ohne Laub gut als Sichtschutz dienen kann. Wenn der Lehmboden in Ihrem Garten nicht zu schwer ist und Sie lieber eine Hecke möchten, die das ganze Jahr Sichtschutz bietet, ist der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) die richtige Wahl. Diese robuste Heckenpflanze kann auch besser als andere mit Luftverschmutzung umgehen. Ein feuchter Boden mit guter Drainage stellt kein Problem für diese halbwintergrüne Heckenpflanze dar, doch für einen schweren Lehmboden ist sie nicht unbedingt geeignet.

Pflanzen, die gut mit feuchten Böden zurechtkommen, muss man natürlich genauso im Auge behalten. Denn auch diese Heckenpflanzen brauchen Pflege und eine gute Drainage. Nur vertragen sie es viel besser, wenn ihre Wurzeln eine Zeitlang im Wasser stehen. Sie sind sich nicht sicher, ob die Heckenpflanzen, für die Sie sich entschieden haben, für Ihren Garten geeignet sind? Nehmen Sie Kontakt zu unseren Heckenexperten auf, damit Sie die passende Hecke für Ihren Garten aussuchen können. Auch wir wollen schließlich, dass Ihre Hecke ein Erfolg wird!