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Die Geschichte des Ligusters

Die Geschichte des Ligusters als Zierpflanze reicht sehr weit zurück. Da der Liguster in Europa schon seit langem wild wächst, ist es nicht verwunderlich, dass er so früh entdeckt wurde. Dennoch hat der Liguster als Zierpflanze eine interessante Entwicklung durchgemacht.

Seit wann wird der Liguster als Zierpflanze verwendet?

Es ist schwierig zu bestimmen, seit wann der Liguster in unseren Breitengraden wächst. Es ist bekannt, dass schon die Römer Liguster schätzten. Bei den Römern war der Liguster in erster Linie eine Formschnittpflanze. Da Liguster relativ kleine Blätter haben, konnten die römischen Formschnittkünstler das endgültige Aussehen der Pflanzen sehr gut kontrollieren. Allerdings mussten sie wahrscheinlich häufiger schneiden, als es die Liebhaber von Formschnitt heutzutage gewohnt sind. Wahrscheinlich handelte es sich um den Gemeinen Liguster (Ligustrum vulgare), denn der Gemeine Liguster ist in Europa heimisch und wächst leicht mehrere Dutzend Zentimeter im Jahr.

Der ursprüngliche Lebensraum des Ligusters erstreckt sich praktisch über ganz Europa. Von Irland bis Westasien und von Südschweden bis Nordafrika gibt es Liguster in freier Natur. In Europa kommt Liguster nur im äußersten Norden Skandinaviens nicht vor, was mit den dortigen strengen Wintern zusammenhängt. Das bedeutet nicht, dass er für kältere Regionen ungeeignet ist, denn seine Frostbeständigkeit von mehr als 30 Grad unter Null macht ihn zu einer der winterhärtesten Heckenpflanzen in unserem Sortiment.

Diese Winterhärte führte auch dazu, dass der Liguster schon früh für die Verwendung im Garten beliebt war. Er übersteht den Winter ohne allzu große Probleme. Und selbst wenn er Frostschäden und Blattverlust erlitt, wuchsen die Blätter im nächsten Frühjahr meist wieder nach. So lernten die Gärtner schon früh den starken und flexiblen Charakter des Ligusters kennen.

Die Entwicklung des Ligusters als Zierpflanze

Es dauerte einige Zeit, bis die Ligusterhecke zu einer gerne genutzten Gartenbegrenzung wurde. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Zierpflanzenbau jahrhundertelang nur etwas für die Wohlhabenden war. Es gab zwar Hecken, vor allem auf dem Lande, um Weidevieh und Eindringlinge von den Kulturen fernzuhalten, aber das Aussehen der Pflanzen spielte eine weniger wichtige Rolle. Vor allem aber hatten diese Heckenpflanzen Dornen und wuchsen so hoch, dass es nicht einfach war, über sie hinwegzugehen. In einem solchen Fall war die Schlehe oder der Weißdorn, die beide in der Landwirtschaft immer noch beliebt sind, eine logischere Wahl als der Liguster.

In der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts wurde der Gemeine Liguster zu einer beliebten Pflanze in britischen Ziergärten. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass der Gemeine Liguster der einzige Liguster ist, der auf den britischen Inseln heimisch ist. Damals waren Ligusterhecken meist natürliche Hecken, die dem Liguster in der freien Natur ähnelten. Später entdeckten die Gärtner, dass sich Liguster auch hervorragend für eine strengere, formale Hecke eignet. Diese Entwicklung begann im neunzehnten Jahrhundert. Das war auch der Moment, in dem man entdeckte, dass Liguster mit seinem halbimmergrünen Charakter und seiner dichten Verzweigung einen guten Sichtschutz im Garten bieten kann.

Etwa zu dieser Zeit begann der nicht heimische Liguster (Ligustrum ovalifolium), den gewöhnlichen Liguster als wichtigste Sorte in den Gärten zu verdrängen. Gärtner fanden heraus, dass diese Sorte im Allgemeinen mehr Blätter im Winter behält und aufgrund ihrer kleineren Blätter etwas leichter in eine gerade Form zu schneiden ist.

Moderne Geschichte des Ligusters

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in weiten Teilen Europas ein großer Wohnungsmangel. So entstanden in den 1960er und 1970er Jahren viele neue Wohnsiedlungen, deren Häuser und Gärten ein anständiges Aussehen haben mussten. In dieser Zeit erlebte der Liguster ein Comeback. Eine Ligusterhecke braucht nicht viel Pflege, damit sie das ganze Jahr über schön aussieht. Außerdem ist Liguster eine recht schnell wachsende Pflanze, so dass die Hecke, die ein neues Haus attraktiver machen soll, in relativ kurzer Zeit steht. So wurde der Liguster zu einer der beliebtesten Heckenpflanzen in Europa.

Durch die Allgegenwart des Ligusters wurde er in den darauf folgenden Jahrzehnten für viele Gartenliebhaber langweilig. Es gab eine Zeit, in der die Beliebtheit der Pflanzen zurückging, aber jetzt ist die Ligusterhecke wieder im Kommen. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass verschiedene Züchter schöne Variationen der bestehenden Liguster entwickelt haben. Der Goldliguster (Ligustrum ovalifolium 'Aureum') zum Beispiel ist mit seinen gelb gefärbten Blättern ein wahres Kunstwerk. Der wintergrüne Liguster 'Atrovirens' (Ligustrum vulgare 'Atrovirens') entstand aus dem Wunsch nach einem heimischen Liguster, der seine Blätter im Winter besser behält.

In den letzten Jahren hat sich auch die Vielseitigkeit des Ligusters immer mehr durchgesetzt. Die dicht geschnittene, hohe Ligusterhecke ist immer noch die Form, die am häufigsten vorkommt. Aber in Gärten, in denen die Pflanzen Platz haben, wird immer häufiger eine natürlichere Ligusterhecke gepflanzt. Eine Ligusterhecke, die etwas weniger zurückgeschnitten wird, blüht sehr üppig mit weißen Blüten, die den Garten für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten interessant machen. Auch Vögel mögen den Liguster. Sie bauen gerne ihre Nester zwischen den Zweigen der Pflanzen und fressen die Beeren, die eine blühende Ligusterhecke im Herbst bekommt.