Zypressen
Zypressen sind eine ganz eigene Koniferen-Familie, die auch aus einigen, besonders beliebten Exemplaren besteht, die in Europa gerne als Heckenpflanzen verwendet werden.
Zypressen (Cupressaceae) sind eine Pflanzen-Familie innerhalb der Koniferen-Gruppe, die aus mehr als hundert Zypressen-Sorten besteht. Unter Botanikern ist noch nicht ganz ausdiskutiert, welche Sorten jetzt genau unter die Zypressen fallen. Trotzdem gibt es immer noch verschiedene Pflanzen-Sorten, die auf jeden Fall zur Zypressen-Familie gehören und ausgezeichnet als Heckenpflanzen geeignet sind. Beispiele davon sind die Thuja, die Scheinzypresse und die Leyland-Zypresse. Warum sind Pflanzen aus dieser Pflanzen-Familie jedoch so gut als Koniferenhecke geeignet? Und warum sind gerade diese Koniferen, die aus der Zypressen-Familie stammen, so ausgezeichnete Heckenpflanzen? Hier erfahren Sie mehr.
Was sind Zypressen eigentlich genau?
Es ist nicht ganz einfach, um eine genaue Beschreibung dieser Pflanzen zu geben, weil es immer noch Unstimmigkeiten darüber gibt, welche Sorten zur Zypressen-Familie gehören und welche nicht. Die meisten Koniferen aus der Zypressen-Familie haben jedoch Blätter, die zuerst eine nadelige Konsistenz haben und spiral- oder kreuzförmig ausgerichtet sind. Sobald die Pflanzen jedoch älter werden, werden die Blätter immer schuppenartiger, obwohl es auch Koniferen innerhalb der Zypressen-Familie gibt, die ihr ganzes Leben lang nadelig bleiben. Als richtige, allgemein bekannte Zypresse ist daher vor allem die Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) bekannt, obwohl nicht jede Pflanze, die heutzutage als Zypresse angeboten wird, auch tatsächlich zur Zypressen-Familie gehört.
Weil die Italienische Zypresse das Klima im Nordwesten Europas nicht besonders gut verkraften kann, sind speziell für solche Regionen meistens ganz andere Pflanzen gemeint, wenn über Zypressen gesprochen wird. Es geht dann in erster Hinsicht um die Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) oder um die Leyland-Zypresse (Cupressocyparis leylandii). Das wir in unseren Regionen bei Zypressen also zuerst an diese Pflanzen denken, ist kein Zufall. Diese Schuppenkoniferen sind im Laufe der Zeit nämlich ganz besonders beliebte Gartenpflanzen und insbesondere auch Heckenpflanzen geworden. Scheinzypressen und Leyland-Zypressen sind zierliche, immergrüne Heckenpflanzen, aus denen wunderbar straffe Heckenformen entstehen, wenn Sie sie regelmäßig schneiden.
Aber auch der Lebensbaum (Thuja occidentalis) und der Riesenlebensbaum (Thuja plicata) gehören im weitesten Sinne zur Zypressen-Familie. Die Thuja 'Brabant' und die Thuja 'Smaragd' sind in diesem Zusammenhang ganz besonders beliebte Zuchtformen. Auch die Thuja 'Brabant' und die Thuja 'Smaragd' können im Garten zu Hecken heranwachsen, die gut mit Leyland-Zypressen-Hecken oder auch mit Scheinzypressengecken zu vergleichen sind. Es handelt sich dabei um immergrüne Heckenpflanzen mit Schuppen-Blättern, die eine ausgesprochen angenehme Ausstrahlung haben. Thujen können übrigens leichter ihre Form halten als Leyland-Zypressen, weil die Thuja einen etwas langsameren Wuchs hat.
Zypressen und das Klima in Europa
Heckenpflanzen aus der Zypressen-Familie sind fast überall auf der Nordhalbkugel zu finden. Es gibt sogar Zypressen, die südlich des Äquators wachsen: im Süden Chiles, um genauer zu sein. Diese Pflanzen-Familie kann deshalb ganz unterschiedliche Bedingungen gut verkraften. Trotzdem kann nicht jede Zypressen-Sorte in unseren Regionen gut wachsen. Die Italienische Zypresse kann unsere Temperaturen im Winter deshalb gar nicht gut verkraften, wodurch diese Zypressen-Sorte besser nicht in deutschen Gärten verwendet werden sollte. Erfreulicherweise sind die Thuja, die Leyland-Zypresse und die Scheinzypresse ausgesprochen pflegeleichte Heckenpflanzen. Deshalb können sie fast überall in deutschen Gärten wachsen.
Im Allgemeinen können Zypressen nur sehr schwer mit Trockenheit umgehen. In den Wüsten dieser Welt findet man deshalb nur sehr wenige Exemplare dieser Familie. In Westeuropa ist jedoch ein gutes Gleichgewicht zwischen Sonnenlicht, Trockenheit und Niederschlägen zu erkennen. Deshalb passen Zypressen-Hecken eigentlich zu fast jedem, westeuropäischen Garten. Nach dem Pflanzen sollten Zypressen daher ausreichend bewässert werden, damit sie gut einwurzeln und zu ausgewachsenen Exemplaren heranwachsen können. Danach brauchen sie nicht mehr so regelmäßig bewässert zu werden. Lebensbäume sind jedoch etwas anfälliger, wenn es um langanhaltende Trockenheit geht. Ihre Thuja-Hecke sollte deshalb rundherum gut feucht gehalten werden, vor allem wenn Ihr Garten aus einem trockenen Sandboden besteht.
Die meisten Zypressen sind unkompliziert, wenn es um den Standort im Garten geht. Sie können deshalb im Schatten oder auch in der Sonne zu einer hübschen, hohen Hecke heranwachsen. Manche Sorten können an sonnigen Standorten vielleicht etwas hellere Nadeln entwickeln als im Schatten, aber ansonsten sind schattige und sonnige Standorte gleichermaßen gut geeignet. Außerdem sind die meisten Zypressen auch gut windfest, obwohl Jungpflanzen besser an einem geschützten Standort wachsen sollten bis sie bedeutend größer und kräftiger sind. Der Wind kann bei Jungpflanzen sehr schnell zu Schäden führen, wodurch der Wuchs der Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen werden kann.
Außergewöhnliche Zypressen
Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) ist eine Zypressen-Sorte, die ganz anders ist als alle anderen Zypressen aus unserem Sortiment. Der Urweltmammutbaum ist nämlich die einzige Zypresse aus unserem Sortiment, die jederzeit Nadeln an den Zweigen hat und deshalb auch keine Schuppen-Blätter entwickelt. Wichtiger ist hingegen, dass der Urweltmammutbaum die einzige Koniferen-Sorte ist, die auch auf nassen Böden wachsen kann. Andere Koniferen haben große Probleme mit Staunässe, weil dadurch sofort ihre Wurzeln anfangen zu faulen. Nicht gut durchlässige Böden sind deshalb für die meisten Koniferen absolut ungeeignet. Der Urweltmammutbaum wächst in der freien Wildbahn jedoch auch in Sumpfgebieten mit schlecht entwässerten Böden. Im Herbst wirft er allerdings seine Nadeln ab, aber bevor es so weit ist zeigt er zuerst noch seine wunderbaren, goldbraunen Herbstfarben, die ausgesprochen dekorativ sind.
Der Urweltmammutbaum ist wirklich eine ganz besondere Pflanze, weil Botaniker lange Zeit davon überzeugt waren, dass alle Sorten aus dem Metasequoia-Geschlecht bereits ausgestorben seien. Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckte man jedoch, dass der Urweltmammutbaum noch quicklebendig ist. In der chinesischen Provinz Hubei, im Osten Chinas, wurden nämlich Exemplare des Urweltmammutbaums entdeckt. Weil das Gebiet, in dem diese Urweltmammutbäume standen, jedoch nur schwer zu erreichen war, konnten die Nachkommen der Eiszeit so lange unentdeckt bleiben. Ab den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich Pflanzenzüchter aus der ganzen Welt daher bemüht, um den Urweltmammutbaum zu züchten. Dadurch haben diese ganz außergewöhnlichen Zypressen heutzutage gute Möglichkeiten, um auch in Ihrem Garten als Gartenpflanzen ausgesprochen gut zur Geltung zu kommen.