Koniferen werden häufig für Hecken verwendet. Sie wachsen schnell, sind immergrün und bieten rasch einen dichten Sichtschutz. Dadurch sind sie sehr beliebt geworden. Außerdem sind sie oft relativ günstige Pflanzen, daher entscheiden sich viele Gartenbesitzer schnell für eine Konifere. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Pflanzen regelmäßig schneiden. Hier erklären wir Ihnen alles über das Schneiden von Koniferen.
Wann sollte man eine Konifere schneiden?
Eine Koniferenhecke wirkt am schönsten, wenn Sie sie regelmäßig in eine klare, gerade Form schneiden. Die meisten Gartenbesitzer schneiden ihre Koniferen deshalb zwei bis viermal pro Jahr. Das hängt von der jeweiligen Koniferenart ab. Mindestens einmal schneiden wir am Ende des Frühjahrs und ein weiteres Mal gegen Ende des Sommers. Manche Koniferenarten brauchen dazwischen noch ein oder zwei zusätzliche Schnitte.
Nehmen wir zum Beispiel die Grüne Leyland-Zypresse (Cupressocyparis leylandii). Diese wächst sehr schnell und muss daher häufiger geschnitten werden. Wenn Sie eine Hecke aus Leyland-Zypressen im Garten haben, schneiden Sie diese am besten alle 4 bis 6 Wochen – je nach Bedarf.
Planen Sie den ersten Schnitt möglichst vor dem starken Wachstumsschub ein. Der letzte Schnitt des Jahres erfolgt meist kurz nach dem zweiten Wachstumsschub. Wenn Sie Ihre Koniferen Ende August oder Anfang September schneiden, behalten sie ihre Form lange Zeit. Danach gehen die Pflanzen in die Winterruhe und wachsen mehrere Monate kaum noch. Außerdem haben die Koniferen nach einem Schnitt im September genug Zeit, ihre Schnittstellen zu schließen, bevor Frost einsetzt.
Bei schnell wachsenden Koniferen, wie der Leyland-Zypresse oder einigen Thuja-Sorten, kann ein zusätzlicher Schnitt im Sommer nötig sein. Schneiden im Juli oder August ist möglich, aber achten Sie auf das Wetter. Nach dem Schneiden kommen junge Pflanzenteile zum Vorschein, die noch nicht an direktes Sonnenlicht gewöhnt sind. Bei starker Sonne können sie verbrennen. Schneiden Sie daher möglichst an einem bewölkten Tag. Direkt nach einem Regenschauer sind die Zweige noch feucht – dann lassen sie sich sauber und leichter schneiden.
Achten Sie außerdem darauf, dass kein Frost mehr zu erwarten ist. Frost kann an offenen Schnittstellen Schäden verursachen. Pflanzen verlassen die Winterruhe erst, wenn es mehrere Wochen lang frostfrei bleibt. Schneiden Sie Koniferen auch nicht an sehr heißen Tagen, da sonst Verbrennungen an den Schnittstellen entstehen können.
Wie weit kann man eine Konifere schneiden?
Schneiden Sie Koniferen niemals tiefer als bis zum grünen Teil der Pflanze. Wenn Sie bis ins braune Holz schneiden, entstehen Löcher, die sich kaum noch schließen. Deshalb schneiden Sie Koniferen häufiger als viele andere Heckenpflanzen und beginnen damit schon früh.
Warten Sie zu lange mit dem Schneiden, müssen Sie zwangsläufig zu tief schneiden und es entstehen kahle Stellen. Schneiden Sie daher die jungen, hellgrünen Triebe etwa 10 cm zurück. Achten Sie außerdem darauf, dass die Oberseite der Hecke schmaler bleibt als die Unterseite. So bekommt jeder Teil der Pflanze genügend Sonnenlicht und braune Stellen entstehen nicht.
Warum kann man eine Konifere nicht bis zum Stamm schneiden?
Viele Pflanzen besitzen sogenannte „schlafende Knospen“ am Stamm und an den Ästen. Diese bleiben lange inaktiv und treiben erst aus, wenn Licht darauf fällt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Ast abbricht oder ein Tier an der Pflanze frisst. So kann sich die Pflanze wieder erholen.
Koniferen haben diese schlafenden Knospen jedoch kaum. Deshalb können sie Lücken in der Pflanze nur schlecht schließen. Wenn Sie eine Konifere bis zum Stamm zurückschneiden, treibt sie an dieser Stelle meist nicht mehr neu aus. Das sollten Sie nur tun, wenn Sie bewusst eine Konifere auf Stamm ziehen möchten.
Eine Ausnahme bildet die Eibe. Diese besitzt schlafende Knospen im alten Holz. Sie können eine Eibe daher stark zurückschneiden. Nach einiger Zeit treibt sie wieder mit neuen grünen Zweigen aus. Eine verwilderte Koniferenhecke aus Eiben lässt sich also gut erneuern. Da die Eibe jedoch nur etwa 15 bis 20 cm pro Jahr wächst, reicht ein Schnitt ein- bis zweimal pro Jahr meist völlig aus, um eine Eibenhecke in Form zu halten.
Wie schneidet man eine zu hohe Konifere?
Wenn Sie eine Hecke gepflanzt haben, muss diese natürlich auch erst einmal in die Höhe wachsen. Lassen Sie sie deshalb in Ruhe wachsen, bis sie die gewünschte Höhe erreicht hat. Erst dann schneiden Sie sie oben zurück. Wenn Sie die Höhe zu früh begrenzen, dauert es nur länger, bis die Hecke hoch genug ist. Sobald die Spitze entfernt ist, wachsen Koniferen nämlich deutlich langsamer in die Höhe. Stattdessen wachsen sie eher in die Breite.
Spannen Sie vor dem Schneiden eine Schnur in der Höhe, auf die Sie die Hecke zurückschneiden möchten. So arbeiten Sie gleichmäßig und bleiben auf der richtigen Höhe. Das ist wichtig, denn eine zu stark zurückgeschnittene Konifere erholt sich nicht einfach wieder.
Sägen Sie die Spitzen der Koniferen mit einer scharfen Säge ab. Ob Sie eine Handsäge oder eine elektrische Säge verwenden, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist nur, dass das Werkzeug wirklich scharf ist. Mit scharfem Werkzeug machen Sie glatte Schnittstellen und helfen der Konifere, sich schneller zu erholen. Mit einer stumpfen Säge müssen Sie nicht nur selbst mehr Kraft aufwenden, sondern auch die Pflanze muss mehr Energie einsetzen, um die Wunde wieder zu schließen.
Was passiert, wenn die Konifere die richtige Höhe erreicht hat?
Sobald die Konifere die richtige Höhe erreicht hat, werden Sie merken, dass sie stärker in die Breite wächst. Sie bildet möglicherweise mehrere Spitzen und wächst dadurch schneller seitlich weiter. Ab diesem Moment sollten Sie also vor allem die Breite der Konifere gut im Blick behalten. Schneiden Sie die Seiten dann zwei- bis viermal pro Jahr, je nach Koniferenart. Die Höhe müssen Sie meist nur noch ein- bis zweimal pro Jahr nachschneiden.
Kann eine verwachsene Koniferenhecke doch radikal zurückgeschnitten werden?
Mit Ausnahme der Eibe vertragen die meisten Koniferen keinen starken Rückschnitt bis ins alte Holz. Das kahle Holz bildet nach so einem Schnitt keine neuen jungen Triebe mehr. Das Ergebnis sind unschöne, braune und kahle Stellen in Ihrer Hecke. Das möchten Sie natürlich vermeiden. Trotzdem kann es passieren, dass Ihnen die Koniferenhecke im übertragenen Sinn über den Kopf wächst, weil Sie sie längere Zeit nicht gut genug geschnitten haben.
In so einem Fall können Sie die Hecke durchaus ein gutes Stück zurückschneiden, wenn Sie vorsichtig arbeiten. Wichtig ist, dass Sie das kahle Holz nicht erreichen. Schneiden Sie die Oberseite der Hecke nur so weit zurück, bis das Laub dunkelgrün wird. Dann wissen Sie, dass Sie sich dem tieferen Astbereich nähern. Bei blauen Heckenkoniferen, wie zum Beispiel der blauen Scheinzypresse, wird das Laub immer dunkler blau, je näher Sie dem kahlen Holz kommen.
Auch lange Ausreißer können Sie ohne große Probleme aus Ihrer Koniferenhecke entfernen. Denken Sie dabei zum Beispiel an einen einzelnen Trieb, der einen halben Meter herausragt. Achten Sie aber darauf, dass genügend belaubte Zweige um diesen Trieb herum wachsen, damit die Stelle später wieder gut gefüllt wirkt. Solche Ausreißer entfernen Sie am besten mit einer scharfen Astsäge. Wenn Sie eine hohe Koniferenhecke schneiden möchten, eignen sich dafür vor allem das Frühjahr und der Herbst.
Kann ich eine zu breit gewordene Hecke verschmälern?
Wenn Sie Ihre Koniferenhecke längere Zeit nicht schneiden konnten, besteht die Gefahr, dass die Hecke nicht nur zu hoch, sondern auch zu breit geworden ist. Das passiert besonders oft bei Leyland-Zypressen. Natürlich können Sie die Seiten dann zurückschneiden, aber das ist eine zeitaufwendige Arbeit. Am besten schneiden Sie zuerst nur eine Seite der Koniferenhecke und erst im nächsten Jahr die andere. So geben Sie der Hecke genug Zeit, sich zu erholen. Nach dem ersten Schnitt ist es wichtig, die Koniferenhecke gründlich zu düngen.
Wenn Sie eine verwachsene Koniferenhecke deutlich zurückgeschnitten haben, können danach braune Stellen in der Hecke sichtbar werden. Beim Schneiden bleiben jedoch oft einige junge Zweige stehen, die diese Stellen später zum Teil wieder verdecken. Das Ergebnis ist aber nicht immer schön. Eine verwachsene Koniferenhecke lässt sich bis zu einem gewissen Punkt restaurieren. In vielen Fällen ist es jedoch schneller und einfacher, die Heckenabschnitte, die nicht mehr zu retten sind, durch fertige Heckenelemente zu ersetzen. In unserem Webshop finden Sie viele Koniferen auch als fertige Hecken in verschiedenen Höhen.
Koniferenhecke ersetzen
Wenn es aus irgendeinem Grund nicht gelungen ist, Ihre Koniferenhecke regelmäßig zu schneiden, und Ihre Hecke dadurch verwachsen ist, können Sie mit den Tipps aus diesem Artikel versuchen, sie wieder ansehnlich zu machen. Rechnen Sie aber damit, dass das nicht in jedem Fall gelingt. Wenn Sie Ihre Koniferenhecke stark zurückschneiden, besteht immer das Risiko von Schäden. Ist Ihre Hecke wirklich viel zu hoch oder zu breit geworden? Oder sind die einzelnen Heckenabschnitte so stark verwachsen, dass die Hecke ungleichmäßig aussieht? Dann empfehlen wir, die Koniferenhecke durch eine neue zu ersetzen.
Die einfachste und schnellste Lösung ist dann, die unschönen Teile der Hecke durch fertige Heckenelemente in der richtigen Höhe zu ersetzen. Sie können aber auch die gesamte Hecke austauschen. Dabei haben Sie die Wahl zwischen einer Fertighecke oder jungen Koniferen, die Sie in Ihrer gewünschten Höhe pflanzen. Sie entscheiden, was am besten zu Ihrem Garten passt. Bei Heckenpflanzendirekt finden Sie sowohl Koniferen im Topf als auch Koniferen mit Wurzelballen. Sie haben die Wahl aus vielen verschiedenen Koniferenarten, darunter Thuja, Scheinzypresse, Grüne Leyland-Zypresse, Japanische Lärche und Eibe.
Wichtige Tipps zum Schneiden von Koniferen
Beginnen Sie, wie bereits erwähnt, frühzeitig mit dem Schneiden einer Koniferenhecke. Warten Sie nicht, bis sie zu breit wird. Schneiden Sie die Hecke am besten schon dann, wenn sie eigentlich noch nicht breit genug ist. So wächst sie schneller dicht und Sie behalten die Breite der Hecke besser unter Kontrolle.
Schneiden Sie immer mit gutem und scharfem Werkzeug, damit die Schnittstellen so glatt wie möglich werden. Wenn die Zweige sauber abgeschnitten sind, sieht Ihre Hecke schöner aus und die Pflanze kann sich leichter erholen. Die Schnittstellen fallen dann kaum auf. Schneiden Sie immer in einer fließenden Bewegung von unten nach oben. So vermeiden Sie, dass Sie zu tief schneiden. Und ganz wichtig: Arbeiten Sie sicher. Schneiden Sie nicht allein, sondern am besten zu zweit. Nutzen Sie außerdem stabiles Werkzeug, also nicht nur eine gute Heckenschere, sondern zum Beispiel auch eine sichere Leiter.
Eine schöne Koniferenhecke zu bekommen, ist nicht schwer, wenn Sie die obigen Tipps beachten. Es ist zwar einiges an Arbeit, aber es macht auch Freude. Und nach getaner Arbeit können Sie Ihre schöne Hecke mit einem guten Gefühl genießen.
Koniferen und Formschnitt
Im Grunde ist auch eine formale Hecke schon eine Art von Formschnitt. Wenn Sie die Hecke sauber gerade schneiden oder einer niedrigen Hecke eine rundere Form geben, gestalten Sie bereits eine bestimmte Form. Das ist also schon Formschnitt. Der nächste Schritt kann sein, die Hecke nicht nur gerade oder rund zu halten, sondern sie in eine besondere Form wachsen zu lassen. Eine beliebte Möglichkeit ist zum Beispiel, die Hecke über ein Tor wachsen zu lassen oder sogar ein Tor aus der Hecke zu formen. Damit das gut gelingt, ist es sinnvoll, die Hecke über ein Gestell wachsen zu lassen. So hat sie genug Halt und hängt später nicht durch.
Für kreative Gartenbesitzer reicht eine schön geformte Hecke manchmal nicht aus. Wer echten Formschnitt machen möchte, findet im Internet viele Ideen. Eine beliebte Form für eine einzelne Konifere ist zum Beispiel ein Bonsai. Natürlich können Sie auch einfacher beginnen und etwa eine Block- oder Kegelform in Ihre Konifere schneiden. Das funktioniert besonders gut bei einer solitär stehenden Konifere, kann aber auch als Teil einer Hecke eingesetzt werden. So können Sie zum Beispiel die Ecken Ihrer Hecke in eine besondere Form bringen. Formschnitt muss also gar nicht kompliziert sein und verleiht Ihrem Garten eine kreative Ausstrahlung.
Darüber hinaus gibt es natürlich auch sehr aufwendige Formschnittfiguren. Manche Menschen schneiden aus ihren Koniferen Figuren, Tiere oder andere Skulpturen. Das wirkt zunächst vielleicht schwierig, aber dahinter steckt oft ein einfacher Trick. Viele dieser Pflanzen wachsen nämlich in einem Gestell, das bereits die gewünschte Form hat. Sie müssen die Pflanze also nur so weit wachsen lassen, bis sie das Gestell überall bedeckt. Danach schneiden Sie sie so, dass das Gestell gerade eben nicht sichtbar ist.
Welche Koniferen eignen sich für Formschnitt?
Viele Koniferen eignen sich für Formschnitt, aber längst nicht alle. Am wichtigsten ist, dass Sie eine Konifere mit dichtem Wuchs wählen. Die Eibe ist eine Konifere, die sehr oft für Formschnitt verwendet wird. Neben ihrem dichten Wuchs hat sie den Vorteil, dass sie einen Rückschnitt sehr gut verträgt. Dadurch ist es weniger schlimm, wenn Sie einmal einen kleinen Fehler machen und versehentlich zu tief schneiden. Auch Thuja kann sehr gut für Formschnitt geeignet sein. Wählen Sie dann am besten Thuja 'Smaragd'. Diese Sorte hat einen schönen, dichten Wuchs und eine kräftige grüne Farbe, die sie das ganze Jahr über behält. Außerdem wächst diese Lebensbaum-Sorte deutlich langsamer als andere Thuja-Hecken.
Häufig gestellte Fragen zur Koniferenhecke
Haben Sie eine Frage zur Koniferenhecke? Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen. Klicken Sie auf eine Frage und gelangen Sie direkt zur ausführlichen Erklärung.
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